Typen von Gutshöfen am Beispiel von Estland

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    • Typen von Gutshöfen am Beispiel von Estland

      Hallo,
      hier eine gefundene Auflistung der verschiedenen Hoftypen am Beispiel von Estland welche im Batikum Gültigkeit hatten. In Ostpreußen vermutlich zumindest sehr ähnlich oder fast gleichwertig.
      Grüße, "Anortha"

      Am Anfang des 20. Jahrhunderts konnte man acht Typen der Gutshöfe unterscheiden:
      1.Rittergut. Als Haupttyp des privaten Gutes bildete sich das Rittergut aus, dessen Besitzer gewisse ständische Privilegien und Rechte, aber auch staatliche Verpflichtungen hatten. So bekam z.B. der Besitzer des Rittergutes, der in die von der Ritterschaft verwaltenden Liste eingetragen wurde, Stimmrecht im damaligen Landtag (in der adeligen Gemeindeverwaltung). Die meisten privaten Gutshöfe und eine große Anzahl anderer Gutshöfe waren Rittergüter; Praktisch alle stattlich ausgebauten Gutshöfe waren Rittergüter. Zu unterschiedlichen Zeiten hat man an die Größe der Rittergüter unterschiedliche Anforderungen gestellt.
      2.Landstelle. Als Landstelle wurden diejenigen privaten Gutshöfe, die wegen ihrer Größe nicht den Status und die Rechte der Rittergüter bekamen, bezeichnet. Typischerweise entstanden Landstellen durch die Teilung des Grundstücks eines älteren Gutes. Einige Landstellen waren sehr klein: sie bestanden nur aus einem Wohnhaus und Park.
      3.Pastorat. Das Pastorat gehörte der lutherischen Kirche. Das Gut wurde von dem Pfarrer bewohnt und verwaltet und von der Kirche auch als Büro genutzt. Die Pastoraten waren in der Regel nicht so eindrucksvoll ausgebaut wie die Rittergüter. Jedes Kirchspiel hatte gewöhnlich ein eigenes Pastorat, das sich in der Nähe der Kirche – das Zentrum des Kirchspiels – befand.
      4.Staatsgut. Staatsgut gehörte dem Staat. Im Gut wohnten Beamten, die das Gut bewirtschafteten. Die Staatsgüter waren in der Regel bescheidener ausgebaut als Rittergüter und auch als Pastoraten.
      5.Beigut. Mehrere nebeneinander und in der Nähe befindliche Güter gehörten oftmals einem Besitzer. Diese Güter bildeten eine einheitliche Gutswirtschaft. Die Herrschaft wohnte in diesem Fall in einem Gut, das oft stattlicher ausgebaut war als die anderen. In anderen Güter (die allerdings auch die Rechte des Rittergutes hatten) waren meistens Wirtschaftsgebäude. Diese Güter galten als Beigüter.
      6.Ritterschaftsgut. Einige Gutshöfe gehörten sowohl der Ritterschaft als auch der Selbstverwaltung des Adels. Diese Gutshöfe waren meistens auch bescheidener bebaut. In den Gutshöfen wohnten deren Wirtschafter.
      7.Stadtgut. Der Gutsbesitzer war die Stadtverwaltung (früher: der Magistrat).
      8.Hoflage. Die Hoflagen bildeten keine eigene Gutswirtschaft, sondern sie waren vom Zentrum der Gutshöfe sich entfernt befindende Gebäudekomplexe, in denen einige Arbeiter wohnten, ein Teil des Vieh gehalten wurde oder eine Industrie sich befand. Die Hoflagen waren bescheidener im Vergleich zu den Haupt-Gutshöfen und sie waren oft nicht beständig. Oft war es fraglich, ob und welche sich außerhalb des Herzens der Gutshöfe befindende Bauten zu den Hoflagen gezählt wurden oder nicht. Die meisten Hoflagen bildeten trotzdem einen Komplex, der das Zentrum des Gutes bildete.

      Quelle:
      mois.ee/deutsch/typen.shtml
      Es sind die Lebenden die den Toten die Augen schließen. Aber es sind die Toten die den Lebenden die Augen öffnen...
      Quelle: OFB
      Ein Mensch ohne Heimat ist wie eine Nachtigall ohne Lied.
      auf russisch: Человек без Родины – соловей без песни.
      Russische Weisheit
    Heimat-der-Vorfahren